Das Restaurant Zum Schwan kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Eins der schlimmsten Ereignisse war der Brand 1974, bei dem der Gastraum fast vollständig zerstört wurde.

Bericht aus der Grenzlandpost von Freitag, den 03. Mai 1974


Feuer zerstörte Gaststätte Saat

Mit dem Baby auf das Dach geflohen

Goch-Asperden.
Zwei Tage nach dem Brandunglück, das in der Nacht zum 1. Mai die Innenräume der Gastwirtschaft Saat an der Kirche total vernichtete, hängt noch immer der Geruch von Qualm und Brand um das Anwesen des jungen Gastwirtes. Noch sind die Schrecken der Nacht, die Flucht mit Frau und Kind über das Dach nicht vergessen, aber man ist zum Alltag übergegangen. Die Aufräumarbeiten begannen gestern mit dem Verlegen neuer Stromkabel, damit in den Gasträumen wenigstens wieder Licht eingeschaltet werden kann.

Den entscheidenden Alarm schlug in der ersten Mainacht gegen 2.30 Uhr ein Passant, der das Feuer bemerkt hatte. Die letzten Gäste waren längst gegangen und Heinrich Saat hatte sich mit seiner Familie schlafen gelegt. Ein böses Erwachen folgte. Der Schankraum brannte bereits lichterloh, und dichter Qualm zog durch alle Räume. Als Rettungsweg sah Saat nur noch den Ausstieg aufs Dach, wo er mit seiner Frau und dem 19 Monate alten Töchterchen wartete, bis hilfreiche Nachbarn bald die Familie mit einer Leiter herunterholten.

 

Inzwischen war auch die Löschgruppe Asperden mit Brandmeister Anton van de Pasch eingetroffen. Als zur Verstärkung die Gocher Wehr anrückte, war das Feuer schon weitgehend unter Kontrolle. Dennoch konnte nicht verhindert werden, dass das gesamte Mobiliar verbrannte, alles Gläserne zersprang, und sich das Feuer durch Zwischendecken, Tür- und Fensterrahmen fraß.

Als nach etwa zwei Stunden der Brand gelöscht war, bot sich ein Bild totaler Verwüstung. Balken und Möbelteile lagen kreuz und quer verstreut, Geschirr und Dekorgegenstände sahen aus wie Überreste aus der Steinzeit, eine Dorfansicht von Asperden hatte sich in „abstrakte Kunst“ verwandelt, das Geld in einem Sparschrank war nur noch ein zusammengeschmolzener Klumpen, und der Doppelwacholder in der Theke war plötzlich dreimal gebrannt.

Über die Brandursache war bis gestern noch nichts bekannt. Auch der Schaden konnte nur geschätzt werden. 50.000 Mark werden jedenfalls nicht reichen, bis die gerade zuvor renovierte Gaststätte wieder hergerichtet ist. Zu der Völkerwanderung, die am Mittwoch der Unglücksort aufsuchte, gab Heinrich Saat nur den Kommentar: „Wenn da jeder fünf Mark gezahlt hätte, wäre das Geld für den Wiederaufbau schon zusammen gewesen.“ In einem guten Monat hofft er dennoch, seinen Betrieb wieder öffnen zu können.